Pier, Inden

Die Geschichte reicht weit zurück.  Die ersten  schriftlichen Quellen lassen sich bis ins Jahr 873 zurückverfolgen.   Bis 1806 bestand das Dorf aus zwei einzelnen Dörfern, beide Orte hatten  einen  eigenen Pfarrbezirk mit Kirche und Friedhof.
Im zweiten Weltkrieg wurde der Ort  zum größten Teil zerstört.  Doch selbst das verheerende Kriegsschicksal haben  die Einwohner  abgeschüttelt und sich “bis heute” auf alte Tugenden  besonnen. Der  sofortige Wiederaufbau und Neuanfang war eine  Selbstverständlichkeit.  Spaziert man heute durch die Straßen, spürt man  schnell: dieses Dorf  “is e schmuck Dörp”. Darauf sind die Einwohner  stolz.
Das Selbstbewusstsein der  Bevölkerung ist belastungsfähig und  schier unumstößlich. Die ausgeprägte  Eigenständigkeit der Ortschaft,  hat ihren Grund. Egal aus welcher  Himmelsrichtung man sich dem Dorf  nähert: der Passant oder Besucher reist  vorbei an ganz überwiegend  landwirtschaftlich genutztem Flachland. Im  Fachjargon attestieren  Geographen dem Dorf eine “exponierte Lage”.  Die weiträumigen Grenzen  finden in durchaus wohlhabenden Großbauern von einst  ihre einleuchtende  Erklärung.
Von der Freiwilligen Feuerwehr,  dem Fußballklub bis hin zur  Mai-Gesellschaft hatte dieses Dorf die in dieser  Gegend üblichen  Vereine.

Bis 2010 sollen die Bürger  umgesiedelt sein.  Die Einwohner verteilen sich auf die benachbarten Dörfer oder  ziehen in  den neu angelegten gleichnamigen Ort. 2015 wird das Dorf   wahrscheinlich nur noch ein großes Loch sein.

Stand der Einwohnerzahl:
1291 (2005)
486   (2008)

Wir besuchten dieses Dorf zum ersten  Mal  Mitte 2008. Zu dieser zeit war die Umsiedlung schon weit  fortgeschritten.  Es war schon ein mulmiges Gefühl durch eine doch so  große verlassene Ortschaft  zu gehen. Eine sehr bedrückte Stimmung lag  unter den noch dort wohnenden  Bürgern. Man merkte das man als Besucher,  ausgerüstet mit Kameras und  Taschenlampen, nicht ganz erwünscht war.  Was durchaus verständlich ist, wenn  man bedenkt, daß zu der Zeit die  Einbrüche in den Häusern sehr zunahmen. Wer  wohnt schon gern zwischen 2  Häusern die gerade von fremden geplündert werden.  Unser nächster  Besuch war Mitte 2009. In nur noch wenigen Häusern war Leben zu  sehen.  Und es war schon “krass“ mit anzusehen wie ein Haus bereits abgerissen   wird, während bei den Nachbarn gerade zu Mittag gegessen wird. Die  Häuser die  wir besuchten <em>(ich möchte ausdrücklich darauf hinweisen  das wir zu 100%  sicher waren, das diese leer standen und wir keinerlei  Gewalt angewandt haben  um uns Zugang zu schaffen. Zu dem haben wir alle  Häuser so verlassen wie wir  sie vorgefunden haben),</em> enthielten  meist noch sehr viel Persönlichkeit der  ehemaligen Einwohner. Es ist  schon ein ganz anderes Urban Exploring in einem  solchem Ort. Der letzte  Besuch war Ende 2009. Sehr viele Häuser sind bereits  verschwunden und  es wird sehr fleißig gebaggert. Die kleinen Bagger räumen den  großen  den Weg frei.

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